Archiv für das Jahr: 2015


Warum ein Windows Server auf Englisch installiert werden sollte

Tatsächlich gehöre ich zu den Personen, welche bisher Windows Server vorzugsweise auf Englisch installiert habe. Bis auf wenige Ausnahmen ohne mir dessen positive Vorzüge bewusst gewesen zu sein. Ich schätzte einfach (gerade bei älteren Windows Versionen wo noch nicht alles auf die lokale Sprache angepasst war) die einheitliche Sprache der Oberfläche und Tools.

translationGrundsätzlich „spricht“ jedoch Windows in der bei der Installation gewählten Sprache. Von daher empfehle ich jedem Windows in Englisch zu installieren. Zusätzliche Sprachen können nachträglich installiert werden. Dieses Vorgehen erspart eine Menge Frust – gerade in Zusammenhang mit Software von Drittherstellern und besonders bei Scripts.

Warum denn? Wenn der Server beispielsweise in Schwedisch, Spanisch oder Finnisch installiert wird, werden auf dem System die lokalen Gruppen in der gewählten Sprache angelegt. Aus der Gruppe „Administrators“ wird dann schnell einmal: Administratörer, Administradors and Järjestelmänvalvojat. Wird das Betriebssystem jedoch auf Englisch installiert und die gewünschte Sprache erst im Nachhinein hinzugefügt, so bleiben die Gruppen / Benutzernamen etc. auf Englisch erhalten. Dies hilft Fehler in Zusammenhang mit internationalisierter Software zu vermeiden und sorgt dafür, dass Scripts aus dem Internet oder aus dem Technet Script Center meist ohne grössere Anpassungen lauffähig sind. Bezogen auf die mehr als 3000 vorgefertigten Technet-Scripts welche auf WMI aufbauen ist dieser Umstand durchaus von Vorteil. Denn wenn das Script einen bestimmten Wert abfragt und dabei ein „True“ oder „False“ erwartet,  das Server-System dann aber (dank finnischer Installation) mit „Tosi“ und „Epätosi“ antwortet, führt dies unweigerlich zu einem Fehler.

(Bild: becomingtranslator.wordpress.com)


Host Disconnects mit VMWare 5.5.0U2 / VMware 6.x und IBM Storwize

Neue VMFS Heartbeat Methode

VMWare nutzt seit ESXi 5.5.0 Update 2 eine neue Methode für die VMFS-Heartbeat Überwachung. In Kombination mit einem IBM Storwize Storage-System kann dies zu unerwünschten Disconnects führen.

Wenn der Fehler auftritt, wird im Virtual Center folgender Fehler geloggt:

Zusätzlich wird im vmkernel.log ein entsprechender Eintrag generiert:

ATS heartbeat deaktivieren und Einstellung überprüfen

Um den Fehler zu umgehen muss auf dem jeweiligen ESXi-Host das sogenannte „ATS heartbeat“ deaktiviert werden. Dazu muss auf dem CLI des ESXi-Hosts folgender Befehl ausgeführt werden:

Für VMFS5 Datastores:

Für VMFS3 Datastores:

WICHTIG: Diese Einstellung wird bei jedem ESXi Upgrade (z.B. 5.5.0 auf 6.0.0) überschrieben und muss nach dem Update des ESXi-Hosts neu gesetzt werden!

2015-09-14 10_15_26

Mehr Informationen zu diesem Fehler

IBM hat zu diesem Fehler ein Supportdokument erstellt. Auch bei VMWare ist der Fehler in der KnowledgeBase beschrieben.


Fehlende IPMI Kernel Module nachladen

Das Tool IPMITOOL unter Linux dient dazu, Werte wie Power State oder aktuelle Lüfter-Drehzahl etc… des Servers abzufragen.

Es kann manchmal vorkommen, dass trotz korrekter Installation via YUM oder APT beim Aufruf von ipmitool ein Fehler erscheint:

In den meisten Fällen ist dann das entsprechende Kernel Modul nicht geladen. Die fehlenden Module lassen sich entweder (als root) direkt laden. Diese stehen dann bis zum nächsten Neustart zur Verfügung. Dazu auf der Konsole des Servers die beiden nachfolgenden Befehle ausführen:

Sollen die Module automatisch beim Start des Systems geladen werden, können diese auch in der Datei /etc/modules eingetragen werden:

Sollte die /etc/modules Datei fehlen kann diese direkt erstellt werden. Beim nächsten Systemstart werden die gewünschten Module automatisch geladen.

Keine Ahnung was du mit IPMI abfragen kannst?

Im WIKI von Thomas-Krenn.com ist dazu ein guter Artikel welcher den Einstieg in die Sensorabfrage via ipmitool erklärt.

 


HP SSM und Intel Treiber

HP bietet mit dem System Software Manager eine angenehmes Tool für die automatische Installation von HP SoftPaqs an. Wie es scheint hat sich in der letzten Version (v3.2.2.1) ein Fehler eingeschlichen was dazu führt, dass die meisten Intel SoftPaqs nicht mehr automatisch (silent) installiert werden können.

Der Fehler führt dazu, dass je Intel SoftPaq (nicht alle, vorwiegend die neueren…) eine Erfolgsmeldung angezeigt wird, sobald die Installation durchgelaufen ist:

IntelMeldungSSM

Die Meldung „All installations completed, please refer to the log file for details!“ muss dann jeweils manuell mit OK bestätigt werden damit überhaupt das nächste SoftPaq installiert wird. Da das nicht ganz im Sinne des Erfinders ist – man will ja schliesslich automatisch installieren ohne zutun des Administrators – habe ich einige Stunden in die Behebung dieses Fehlers investiert und bin dann eher per Zufall auf den Blog-Eintrag von Sven aufmerksam geworden.

Sven hat sich der Thematik angenommen und festgestellt, dass beim Aufruf der Installationsdatei jeweils das letzte Zeichen des Befehls fehlt. Aus „InstMultiPkg.exe“ /silent wird dann ein „InstMultiPkg.exe“ /silen weshalb die Installation nicht ohne Meldung durchläuft.

Grundsätzlich gibt es zwei Lösungsvarianten welche Sven genauer beschreibt.

Workaround 1: Anpassen der .CVA Dateien je SoftPaq

Bei der einen ist das manuelle Anpassen der jeweiligen .CVA Datei notwendig. Da die .CVA Dateien jedoch vom HP Software Download Manager aktualisiert werden müssten diese Anpassungen immer neu eingepflegt werden weshalb dieser Workaround für mich nicht in Frage kommt.

Workaround 2: Ältere Version von SSM einsetzen

Der Fehler scheint nur in der neusten Version von SSM (zum Zeitpunkt der Publizierung ist das die Version 3.2.2.1) aufzutreten. Der Fehler kann somit mit einer älteren Version von SSM, welche hier heruntergeladen werden kann, ebenfalls umgangen werden.

Derzeit setzte ich auf Version 3.1.17.1 welche bis jetzt fehlerfrei läuft.


VirtIO NIC unter Windows steht auf „No Internet Access“

Seit längerem setzte ich im Bereich der Vitrtualisierung gerne auf Proxmox, eine KVM basierte Lösung. Für Windows basierte Betriebssysteme setze ich hierbei normalerweise auf die Intel E1000 Netzwerkkarte da diese von Haus aus funktioniert. Wer mehr Performance will (zum Beispiel infolge eines 10GB Backbones) der greift besser zur weitaus performanteren VirtIO Netzwerkkarte.

Nach der Installation des Treibers wird die Netzwerkkarte auch problemlos erkannt und scheint auf den ersten Blick einwandfrei zu funktionieren.

Ein ganz unschöner Fehler hat sich jedoch scheinbar in den neueren VirtIO Treiber (jedenfalls in Kombination mit Windows Server 2012 R2) eingeschlichen. Das Netzwerk scheint grundsätzlich da zu sein, alle normalen Netzwerktests (PING, Tracert…) funktionieren und trotzdem ist kein Internet oder anderweitiger Netzwerkverkehr möglich.

Der Fehler scheint mit der TCP Offload Funktion zusammenzuhängen. Nachdem diese entsprechend deaktiviert wurden, funktioniert der Netzwerkzugriff wieder einwandfrei.

2015-08-16 18_14_06


Fehlender „Windows Photo Viewer“ in Windows 10

Wer sein System neu mit Windows 10 installiert stellt schnell einmal fest, dass die klassische Windows Foto Viewer Anwendung nicht mehr zur Verfügung steht.  Als Nachfolger steht jedoch bereits die Metro-App „Photos“ in den Startlöchern. Nach mehreren Versuchen damit werde ich trotzdem nicht wirklich warm mit der neuen Anwendung. Zu langsam, zu „unpassend“ kommt mir diese vor.

Wer Google bemüht findet relativ schnell heraus, dass mittels eines Registry-Hacks die alte Windows Foto Viewer Anwendung reaktiviert werden kann. Die Lösung mag zwar kurzfristig von Nutzen sein jedoch ist nicht sicher, ob diese nach einem allfälligen nächsten „Feature-Upgrade“ noch zur Verfügung steht weshalb ich mich auf die Suche nach Alternativen gemacht habe.

Auch da gibt es viele bekannte Namen wie XnView oder IrfanView. Faststone FSViewer bietet sich ebenfalls an. Alles in sich gute Anwendungen welche jedoch mein Ziel eines „leichten, einfachen und schnellen Bildbetrachters“ analog der alten Windows Foto Viewer Anwendung aus unterschiedlichen Gründen verfehlen.

ImageGlass

Hängengeblieben bin ich bei der kostenlosen Anwendung ImageGlass welche ursprünglich als Codeplex-Projekt gestartet ist und inzwischen auf Github umgesiedelt hat.

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ImageGlass ist das was ich gesucht habe. Schnell, einfach und bei Bedarf durch „Extensions“ erweiterbar. Zudem stehen diverse Sprachpakete zur Verfügung.

Ob ich auf Dauer bei ImageGlass bleibe ist noch offen. Derzeit ist es jedoch die Anwendung, welche meine Anforderungen am besten abdeckt.

Natürlich lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Falls du also eine bessere Alternative hast, ab in die Kommentare damit. :)


GodMode auch in Windows 10 möglich!

Alle Einstellungen an einem Platz!

Eine durchaus praktische Funktion (wenn auch nicht offiziell kommuniziert) gibt es auch in Windows 10! Den sogenannten GodMode-Ordner.

Seit Windows 8, 8.1 und jetzt auch in Windows 10 sind einige Einstellungen sowohl über die „Metro“-Einstellungen als auch klassisch über die Systemsteuerung erreichbar.

GodMode Ordner

Der GodMode-Ordner bündelt die wichtigsten Einstellungen an zentraler Stelle und bietet sich somit für alle an, welche regelmässig Einstellungen an ihrem System vornehmen.

GodMode-Ordner

GodMode-Ordner einrichten

Die Einrichtung ist durchaus einfach. Dazu muss im Dateiexplorer lediglich an beliebiger Stelle ein neuer Ordner erstellt werden. Wichtig dabei ist dass der Ordnername wie folgt lautet:

GodMode.{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}

Sobald der Ordnername bestätigt ist, erscheint oben aufgezeigtes Icon und der Name „GodMode“ wird angezeigt. Mittels eines Doppelklicks kann der GodMode-Ordner nun geöffnet werden.


Abgelaufene Benutzerkonten automatisch deaktivieren

In Active Directory lassen sich Benutzer mit einem Ablaufdatum versehen (z.B. bei einem Austritt). Somit ist sichergestellt dass sich dieser Benutzer nach Ablauf der Gültigkeitsdauer nicht mehr am System anmelden kann. Ein „abgelaufenes“ Benutzerkonto ist jedoch nicht deaktiviert weshalb auch der graue Pfeil in der Verwaltungskonsole nicht ersichtlich ist.

Mit dem folgenden PowerShell Befehl (als Administrator ausführen) lassen sich alle abgelaufenen Benutzerkonten automatisch deaktivieren: